Prolog
»Ist das Ketchup oder Blut auf meinem Shirt?«
Verdammte Scheiße, es ist beides. Wie bin ich nur in diese beschissene Situation geraten?
Da ist sie wieder. Die Frage, die mir ständig durch den Kopf geht: Wie konnte es nur so weit kommen?
In dieser Woche habe ich zwei Menschen umgebracht.
Und bis morgen könnten es drei werden.
Ich will es nicht tun. Aber ich muss. Er befiehlt es mir.
Um ehrlich zu sein, macht es mir nicht einmal mehr viel aus.
Vielleicht habe ich sogar ein wenig Gefallen daran gefunden.
Ich dachte, es wäre schwieriger, einen Menschen umzubringen. Dass man dazu viel Kraft und Muskelmasse benötigt.
Aber anscheinend reicht es aus, von einem Dämon besessen zu sein.
Wer hätte das gedacht?
»Willst du die Pommes nicht mehr essen?«, höre ich seine dunkle Stimme in meinem Innersten.
»Ist das dein Ernst? Ich steh hier auf dem McDonald’s-Parkplatz mit einer Machete in der Hand, blutüberströmt, und die einzige Frage, die du mir stellst, ist, ob ich die scheiß Pommes nicht mehr essen will?«
»Die werden sonst kalt und pappig, das mag ich nicht.«
Sein Hungergefühl durchflutet mich. Es ist so seltsam.
»Willst du die mit Blut oder Ketchup übersäten Pommes essen?«
Ein dunkler Schatten zieht über mich und nimmt von meinem Körper Besitz. Er steuert meinen Arm, der von der Schattenmacht schwarz umschleiert ist, direkt zu der roten Pappschachtel.
Das gelbe M auf der Packung ist kaum mehr zu erkennen.
Alles ist rot und dreckig.
Meine Hand greift sich eine Faust voll der unappetitlichen Fritten und steuert sie zügig in meinen Mund.
Er befiehlt mir zu kauen und zu schlucken.
Der Geschmack von süßem Ketchup, übermäßig salzigen Pommes und Blut benetzt meine Zunge.
»Selten so etwas Ekelhaftes gegessen«, schmatze ich.
»Kann ich von mir nicht behaupten.«
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